Have any questions?
+44 1234 567 890
Josephine Adu – Schimmern
Ort: EMDE GALLERY - Mainz
Die Emde Gallery freut sich, die zweite Einzelausstellung mit neuen Arbeiten von Josephine Adu anzukündigen.
Unter dem Titel „Schimmern“ erweitert Josephine Adu ihre malerische Praxis in den Raum und knüpft zugleich an zentrale Aspekte ihres bisherigen Werkes an, in dem die Wirkung von Farbe im Mittelpunkt steht. Maßgeblich sind dabei die kompositorische Konstellation aus Farbe und Form sowie das Zusammenspiel von Farbauftrag, Tonalität und Materialität. Gleichzeitig lösen sich einzelne Elemente zunehmend aus der Fläche heraus und treten als eigenständige Objekte im Raum in Erscheinung.
Neben Arbeiten auf Papier und Leinwand umfasst die Ausstellung bemalte Holztafeln, druckgrafische Arbeiten sowie dreidimensionale Objekte, die sich im Spannungsfeld zwischen Malerei und Skulptur bewegen. Die Erweiterung in den Raum erscheint jedoch nicht als Bruch, sondern als konsequente Fortführung dessen, was bereits in den Bildern angelegt ist. Holz fungiert dabei nicht nur als Bildträger, sondern tritt mit seiner spezifischen Materialität und Körperhaftigkeit sichtbar hervor. Die oft dünn aufgetragenen Farbschichten lassen die Struktur des Untergrunds teilweise durchscheinen und betonen so die physische Präsenz der Arbeiten.
Josephine Adu arbeitet dabei mit einer Art formalen Baukastensystem. Bestimmte Formen und Motive – wie die abgerundete Ecke, wellenartige Linien oder stark gestische, an Pinselstriche erinnernde Formen – kehren immer wieder. Diese Elemente wandern förmlich durch die Ausstellung und tauchen in unterschiedlichen Zusammenhängen erneut auf. Manche erscheinen innerhalb der Malerei, andere werden auf Holz übertragen, ausgesägt, räumlich gebaut und stehen nun als eigenständige Objekte im Raum. Teilweise wirkt es fast so, als seien einzelne Formen direkt aus der Bilderfläche in den Raum gekippt. Gerade dadurch entsteht ein spannungsvolles Verhältnis zwischen Zwei- und Dreidimensionalität.
Bei den Leinwänden oder auch den großen Aquarellen auf Papier wiederum bleibt oft bewusst offen, was Vorder- oder Hintergrund ist, welche Farbschicht zuerst aufgetragen wurde oder wie sich die einzelnen Bildebenen zueinander verhalten.
Bei den Holzarbeiten wird diese Frage konkreter, spürbarer. Durch ihre Plastizität entwickeln sie eine stärkere räumliche Präsenz, obwohl sie weiterhin aus der Logik der Malerei heraus gedacht sind. Ähnliches gilt für die Collagen auf Holz. Die oft dünn aufgetragenen Farbschichten lassen die Struktur des hölzernen Untergrunds teilweise durchscheinen und betonen so dessen physische Qualität.
Die Ausstellung zeichnet sich durch eine bemerkenswerte mediale Vielfalt aus. Neben klassicher Malerei und skulpturalen Objekten experimentiert die Künstlerin auch mit verschiedenen druckgrafischen Verfahren. Im Schaufenster der Galerie etwa befindet sich eine Arbeit aus 16 einzelnen Kacheln mit gesiebdruckten Motiven, die auf einem Holzsockel angeordnet sind. Auch hier kehren die wellenartigen Formen wieder, die sich durch viele Arbeiten der Ausstellung ziehen.
Daneben experimentiert Josephine Adu mit Monotypie und Chine collé – einer Drucktechnik, bei der ein hauchdünnes Papier während des Druckvorgangs auf ein stärkeres Papier aufgeklebt wird, wodurch besonders feine Linien, transparente Farbwirkungen und empfindliche Oberflächenstrukturen entstehen können.
Und noch einmal ganz anders wirken die beiden großformatigen Aquarelle auf Papier, die eine weichere und fließendere Seite ihres Werkes zeigen.
Allen Arbeiten gemein ist ein strikt prozesshaftes Verfahren, in dem Farbe Schicht für Schicht aufgetragen wird. Das Spektrum reicht von opaken bis hin zu transparenten Farbflächen, die ineinander übergehen und feine Übergänge entstehen lassen. Vorwiegend gedeckte, häufig dunkle Töne werden durch subtile Modulationen von Hell und Dunkel sowie durch unerwartete Intensitäten gebrochen. Aus diesem Wechselspiel entsteht ein optisches Changieren, ein vielschichtiges Zusammenspiel aus Dichte und Transparenz, das im Ausstellungstitel „Schimmern“ bereits anklingt.
Schimmern bezeichnet dabei nicht nur einen visuellen Effekt. Der Begriff verweist auf einen Zustand des Übergangs – zwischen Fläche und Raum, Bild und Objekt, Sichtbarkeit und Auflösung. Gerade in dieser Offenheit entfalten die Arbeiten ihre besondere Präsenz.
Trotz der Vielfalt der Medien und Materialien wirkt die Ausstellung sehr geschlossen. Die einzelnen Werke erscheinen nicht isoliert, sondern stehen miteinander in Beziehung. Formen, Farben und Bewegungen tauchen an verschiedenen Stellen wieder auf und verbinden die Ausstellung zu einem gemeinsamen visuellen Zusammenhang.
Josephine Adu lebt und arbeitet in Mainz. Ihr Studium der Freien Bildenden Kunst an der Kunsthochschule Mainz absolvierte sie 2025 als Meisterschülerin in der Klasse für Malerei bei Prof. Anne Berning. Sie erhielt unter anderem den internationalen Preis für Malerei der Wolfgang Blanke-Stiftung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ein Stipendium der Artist Residency Schloss Balmoral in Bad Ems sowie den Preis der August Müller-Stiftung. Arbeiten der Künstlerin wurden in Einzel- und Gruppennausstellungen unter anderem im Kunstverein Ludwigshafen, im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden, in der RedGer Art Gallery in Ulaanbataar und in der Sayner Hütte in Bendorf gezeigt. Zuletzt war sie mit Arbeiten im Rahmen der Rheinland-Pfalz Triennale in Trier sowie im AKM Koblenz vertreten.
ERÖFFNUNG: Freitag, 22. Mai 2026, 18 – 20:30 Uhr
Gallery Crawl PART Mainz: Donnerstag, 28. Mai 2025, 18 – 22 Uhr
FINISSAGE: Samstag, 04. Juli 2026, 12 – 16 Uhr, RUNDGANG durch die Ausstellung mit der Künstlerin um 13 Uhr
Künstlerin
Newsletter bestellen
Bitte senden Sie mir entsprechend Ihrer Datenschutzerklärung regelmäßig und jederzeit widerruflich Informationen über Veranstaltungen/Ausstellungen der EMDE Gallery per E-Mail zu. (Nach dem Abonnieren erhalten Sie ein E-Mail mit einem Bestätigungslink.)